Beginnen möchten wir mit unserer Schritt für Schritt Anleitung wie man ein Aquarium richtig einrichtet mit der Planung. Auf dieser Säule der 10 Schritte beruht alles und deshalb sollte man genau hier einiges beachten.
Wie bereits schon erwähnt geht es hier vor allem um Dinge die ein Anfänger beachten sollte.
Welche Art von Aquarium möchte ich?
Kommen wir zuerst zu der Frage, welche Art von Aquarium ich überhaupt möchte und was letztendlich der Beweggrund ist mir ein Becken anzuschaffen. Mit der Beantwortung dieser Frage kann es dann weiter in Richtung Planung und Einrichtung gehen. Wer schon genaue Vorstellungen hat, der kann die nächsten Sätze getrost überspringen. Alle anderen sollten sich dies nun durchlesen.
Soll es ein Gesellschaftsaquarium mit jeder Menge verschiedenen Fischarten werden oder gibt es ein Artaquarium mit nur wenigen Arten die auch in der Natur zusammen leben. Die Mehrzahl der Aquarien in unserem Land sind Gesellschaftsbecken und als Anfänger sind diese auch einfach einzurichten. Meist ist auch die Auswahl der Fische größer.
Trotzdem gilt: Nur Fische zusammen halten, welche auch dieselben Lebensbedingungen haben. Dazu zählen vor allem die Wasserwerte wie GH, Temperatur oder auch KG Wert. Was diese Werte beschreiben gibt es in unserer Aquarium Wiki zu lesen. Welche Arten von Aquarien es alle gibt findet ihr ebenfalls dort.
Hat man sich für die Art des Beckens entschieden geht es daran sich ein entsprechendes Aquarium auszusuchen.
Auswahl des Aquariums
Bei der Auswahl muss man sich folgende Fragen stellen:
- Wie viel Platz habe ich überhaupt? Wie groß soll mein Aquarium sein?
Grundsätzlich gilt: Je Größer umso einfacher ist es zum Pflegen und Betreiben. Vor allem das Betreiben macht es einfach, da man die Wasserwerte konstanter hinbekommt. Je mehr Wasser desto besser und desto besser ist das Gleichgewicht zu halten. Hier wird oft ein großer Fehler bei Anfänger gemacht. Sie kaufen sich meist ein kleines Becken zum „testen“ und haben dann jede Menge Probleme. Eine Größe von 200 Liter oder mehr ist nach unserem ermessen optimal.
- Wo kann ich mein Aquarium aufstellen?
Auch diese Frage muss man sich gut überlegen, denn der Platz ist ebenso entscheidend. Der Raum sollte nicht zu kalt sein, denn damit hätte man große Probleme die Wassertemperatur aufrecht zu halten, welche für die Zierfische und auch für die Wasserpflanzen notwendig ist. Meist liegt diese zwischen 24 und 28 Grad Celsius. Je größer der Temperaturunterschied, desto mehr Energie muss aufgewendet werden. Es kann sogar sein, dass die Heizung im Becken nicht mehr ausreicht.
Zusätzlich muss man auch beachten, ob es ein heller oder eher dunkler Platz ist. Man sollte die direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Diese beschleunigt im Regelfall nur das Wachstum der Algen. Deshalb gilt auch hier, lieber schattig und dunkel.
- Die Frage nach der Statik
Ein Aquarium ist schwer. Einige Kilogramm können schon mal auf einer recht kleinen Fläche zusammen kommen und nicht jeder Boden kann auch ein Aquarium tragen. Vor allem in älteren Gebäuden kann dies ein Problem werden. Deshalb empfehlen wir reden sie mit einem Statiker oder schauen sie in ihren Unterlagen nach was der Quadratmeter bei ihnen trägt. Dies hängt natürlich auch ganz von der Größe des Beckens ab. Bei einem 60 Liter Aquarium muss man sich sicherlich keine Sorgen machen. Bei 500 Liter aber schon.
- Die Frage nach der Form
Auch hier gibt es einige Dinge zu entscheiden und sich gut zu überlegen. Die Grundform ist zu 80 Prozent bestimmt das Rechteck. Es gibt aber auch Aquarien mit Panorama Glas an der Vorderseite oder aber auch Würfel und andere Spezial Formen. Auch ein Eckaquarium ist möglich. Jede Form hat seine Vorteile und Nachteile, wobei es schon einige Formen gibt die mehr Nachteile haben. So kann ein Eckaquarium recht schön und Platzsparend sein, aber es ist auch in Sachen Reinigung recht schwierig zu handhaben. Wer kommt schon ganz nach hinten. Ein freistehender Würfel hat auch schon was, aber dort wird es schwer die Technik anzuschließen, da meist kein Strom mitten im Raum vorhanden ist. Auch die Höhe des Aquariums ist unterschiedlich. Dort muss man auch die Art der Fische welche dort ihr zuhause finden beachten. Diskus oder der Skalar benötigt hier wesentlich mehr Platz in Sachen Höhe, da sie einfach eine hohe Form haben.
Letztendlich solle es natürlich auch zum Raum passen. Über die Qualität wollen wir jetzt hier nicht näher darauf eingehen. Dazu gibt es dann im Teil 2 zum Einkauf mehr.
- Die Frage nach dem Unterschrank
Ein Aquarium sollte nicht auf dem Boden stehen, denn dann könnte man nicht wirklich etwas von seinen Fischen sehen und genau deshalb hat man ja ein Aquarium um sich täglich daran zu erfreuen. Also muss ein geeigneter Unterschrank her. Diesen gibt es meist im Set und wenn nicht, dann kann man diese auch separat dazu bestellen.
Möchte man aber bereits einen vorhandenen Nutzen, heißt es auch wieder auf die Belastung und das Gewicht zu schauen. Nicht jede Kommode trägt das Gewicht eines Aquariums.
Natürlich lässt sich ein Aquarium Unterschrank oder euch ein Regal auch selber bauen. Dazu gibt es entweder Möglichkeiten aus Holz, Metall oder auch aus Steinen.
- Die Frage nach dem Preis?
Auch hier sollte man sich genau überlegen was man macht. Man darf nicht nur die Anschaffung des Beckens, der ganzen Technik, der Einrichtungen und Dekorationen, der Fische und der Pflanzen rechnen, sondern man muss auch an den Unterhalt denken. Da kommt nicht nur Wasser zusammen, was man durch den immer wieder vorkommenden Teil-Wasserwechsel benötigt, sondern auch jede Menge Strom. Diese Werte hängen ganz von der Größe ab. Trotzdem sollte man auch hier nicht erschrecken. Im Grunde lässt sich der Strombedarf zumindest ansatzweise berechnen. Dazu muss man nur den Verbrauch der einzelnen Geräte zusammenzählen. Diese Wattzahl kann man dann in KWh umrechnen und dann mit seinem Strompreis pro Kilowattstunde multiplizieren. Dann nimmt man diesen Wert und rechnet ihn auf den Tag, die Woche, den Monat und dann auf das Jahr aus und schon weiß man ca. was es einen kostet ein z.B. 500 Liter Becken zu unterhalten.
Nicht vergessen darf man auch die Kosten was den Verbrauch von Futter, Dünger, Co2 oder aber auch von neuen Pflanzen oder von Fischen angeht. Auch hier muss man immer wieder etwas ausgeben.
Planung der Technik
Natürlich benötigt ein Aquarium auch jede Menge Technik. Wir stellen euch in Kurzform die wichtigsten Dinge kurz vor. Weitere Einzelheiten gibt es dann in unserer Wiki zu lesen.
- Aquarium Filter: Das das Wasser auch sauber und umgewälzt wird benötigt es einen Filter. Dieser kann entweder außen im Unterschrank verbaut sein, oder aber auch im Aquarium als Innenfilter hängen. Je nach Größe wird man dort mit einem Innenfilter schnell an seine Grenzen kommen, da es einfach zu wenig Platz für Filtermaterialien und Pumpe gibt. Zusätzlich möchte man den Platz im Becken ja nutzen und nicht an die Technik verlieren.Unser Tipp: Ab einer Größe von 120 Liter würden wir einen Außenfilter nehmen.
- Aquarium Heizung: Natürlich braucht man auch eine Heizung im Aquarium. Diese wird meist durch einen Heizstab im Becken realisiert. Bei größeren Anlagen können diese auch extern im Filter sitzen.
- Aquarium Beleuchtung: Auch dies ist notwendig dass es den Fischen und Pflanzen gut geht. Im Regelfall sind die Lampen ja schon beim Becken dabei und im Deckel verbaut. Haben sie ein offenes Becken, dann natürlich nicht. Trotzdem muss auch dort eine spezielle Lampe montiert werden.
- Osmoseanlage: Eine Osmoseanlage werden nicht alle Aquarianer benötigen zumindest nicht, wenn sie noch Anfänger sind. Bei bestimmten Arten wird diese aber schon sinnvoll, denn sonst wird man es kaum schaffen die Wasserwerte so hinzubekommen, dass es die Fische vertragen. Vor allem bei Diskus und Co, kann es schwer werden in manchen Bereichen mit hartem Wasser diese Bedürfnisse zu schaffen. Bei den meisten Fischen geht es aber auch so.
- Düngeanlage Co2: Auch hier heißt es am Anfang eher noch etwas warten. Ich persönlich kann nur positive Dinge zu der Düngung mit Co2 sagen, aber man muss sicherlich nicht gleich zu Beginn sich so eine Anlage kaufen. Dabei muss man ja auch schließlich eine Ph Überwachung haben um alles optimal zu steuern.
- Bodenfluter: Ein Bodenfluter sollte nicht mit der Heizung verwechselt werden. Es ist im Grunde nichts anderes wie eine Fußbodenheizung für das Aquarium. Hier laufen Kabel im Boden des Beckens. Vor allem was das Pflanzenwachstum angeht, kann man hier große Vorteile schaffen. Diese eher geringen Kosten würde ich gleich mit tragen.
- Heizungsregler: Hat man zum einen Fluter und zum anderen auch noch den Heizstab, ist es auch möglich dies über einen Regler zu steuern. Dieser macht nichts anderes als ein ausgeglichenes Verhältnis zu schaffen. Der Fluter sollte nicht immer ein sein, sondern auch mal aus. Es kann auch an besonders warmen Orten oder im Sommer vorkommen, dass die Temperatur mit Fluter schon zu hoch ist. Dies wird von der Regelung überwacht.
- Futterautomat: Ein Futterautomat wird nur dann benötigt, wenn man in den Urlaub möchte und niemand hat zum Füttern. Ansonsten denke ich kann man sich diesen sparen.
- Temperatur Kontrolle: Diese ist sehr wichtig. Es muss nicht ein Hightech Gerät sein, sondern oft reicht ein einfacher Thermostat.
Jede Menge weitere Kleinigkeiten wie Wassertests und Co braucht ein Aquarianer auch noch.
Planung der Einrichtung und Dekoration
Nun haben wir uns entschieden was es für ein Becken sein muss und was wir alles für Technik Gegenstände benötigen. Nun kommen wir zu der Dekoration und Einrichtung. Hier kann man nur empfehlen sich einen genauen Plan zu machen. Eine Skizze wie das Becken später einmal aussehen soll. Einrichtungsbeispiele findet man jede Menge in den Aquarien Foren oder aber auch in Büchern. Wir empfehlen auch mal auf eine Ausstellung zu gehen, oder vielleicht beim nächsten Aquarium Club vorbei zu schauen. Dort gibt es auch einige Beispiele wie so etwas aussehen kann.
Hier mal ein paar Tipps:
- Bauen sie von vorne nach hinten aufsteigend: Immer von Vorne nach hinten ansteigen lassen. Nur so kann man später auch alles sehen.
- Bauen sie Stufen ein: Mit Steinen kann man ganz einfach Stufen einbauen
- Variieren sie mit Gegenstände: Nehmen sie nicht nur Steine, sondern auch mal Wurzeln und Co.
- Bauen sie auch Unterschlüpfe: Viele Fischarten lieben es sich auch einmal verstecken zu können.
- Seien sie kreativ aber halten sie sich an die Natur: Man sollte den Lebensraum so nachbilden wie er auch in Wirklichkeit ist. Ein Pflanzenaquarium ist nicht unbedingt etwas für einen Barsch!
- Wählen sie Pflanzen richtig aus: Auch hier muss man darauf achten wie groß diese später einmal werden. Beim Kauf sind die meist noch klein, aber das kann sich ändern.
- Der wohl wichtigste Tipp ist sich jede Menge Anregungen zu holen.
Hat man diese Dinge zur Planung der Einrichtung eines Aquariums alles beachtet, dann ist man soweit und kann sich an den Kauf machen.
Wie man schon sieht ist die Planung sicherlich einer der wichtigsten Punkte beim Aquarium einrichten. Fehler welche hier gemacht werden, können später nicht mehr Rückgängig gemacht werden.
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